Hausrat fotografieren: So gehst du vor
Stand: 17. August 2026 · Von Nils Harder, Entwickler von Hausschatz
Eine Liste kann behaupten, dass ein Fernseher existiert. Ein Foto zeigt ihn, samt Modell, Zustand und Umgebung. Dafür reicht dein iPhone völlig; du brauchst weder Ausrüstung noch perfekte Ausleuchtung.
Drei Arten von Fotos, die sich lohnen
Übersichtsfotos je Raum
Stell dich in jede Ecke des Raums und fotografiere einmal quer durch. Vier bis sechs Aufnahmen pro Raum genügen. Diese Fotos sind unterschätzt: Sie zeigen auf einen Schlag Möbel, Teppiche, Lampen, Vorhänge und alles Kleine, das niemand einzeln erfasst. Auch geöffnete Schränke und Schubladen gehören dazu, ein Blick hinein sagt mehr als jede Aufzählung.
Einzelfotos wertvoller Gegenstände
Alles, was dir einzeln wichtig ist, bekommt ein eigenes Foto: Elektronik, Schmuck, Uhren, Fahrräder, Musikinstrumente, Designermöbel, Sammlungen. Ein neutraler Hintergrund ist schön, aber kein Muss; halte dich damit nicht auf.
Detailfotos von Typenschild und Seriennummer
Bei Elektronik und Geräten ist die Seriennummer die eindeutige Kennung. Sie steht auf einem Aufkleber an Rückseite, Unterseite oder im Batteriefach, bei Fahrrädern eingeprägt am Rahmen, oft unter dem Tretlager. Fotografiere den Aufkleber so, dass die Nummer lesbar ist, und tippe sie zusätzlich als Text in deine Inventarliste; dann kannst du später danach suchen.
Worauf du bei den Aufnahmen achten solltest
- Tageslicht nutzen. Licht aus dem Fenster vermeidet Blitz-Reflexe auf Displays und Glas.
- Ein Gegenstand, ein Foto. Bilder, auf denen zehn Dinge gleichzeitig zu sehen sind, taugen als Übersicht, aber nicht als Nachweis für den einzelnen Gegenstand.
- Zustand ehrlich festhalten. Kratzer oder Gebrauchsspuren ruhig mitfotografieren. Eine Dokumentation ist kein Verkaufsprospekt; sie soll den tatsächlichen Zustand zeigen.
- Kaufbeleg dazulegen. Wenn du die Rechnung noch hast, fotografiere sie direkt mit ab. Was bei Belegen sonst noch zählt, steht im eigenen Artikel.
Vorsicht bei Metadaten: Was deine Fotos verraten
iPhone-Fotos enthalten standardmäßig unsichtbare Metadaten, darunter den Aufnahmeort (GPS) und Angaben zur Kamera (EXIF). Bei einer Hausrat-Dokumentation heißt das: Jedes Foto deiner Wertsachen trägt deine Wohnadresse in sich. Solange die Bilder nur bei dir liegen, ist das unkritisch. Sobald du sie weitergibst, solltest du die Metadaten entfernen; in der Fotos-App geht das beim Teilen über “Optionen”, wo du die Ortsangabe abwählen kannst.
Wohin mit den Fotos?
Der häufigste Fehler ist nicht das Fotografieren, sondern das Wiederfinden: 60 Hausrat-Fotos irgendwo zwischen Urlaubsbildern und Screenshots in der Mediathek helfen dir zwei Jahre später wenig. Lege die Fotos strukturiert ab, pro Raum und pro Gegenstand. In Hausschatz hängen die Fotos direkt am jeweiligen Gegenstand im jeweiligen Raum, zusammen mit Wert, Seriennummer und Beleg; beim Import werden Ort und Kameradaten automatisch entfernt und die Bilder im privaten Speicherbereich der App abgelegt, geschützt durch den Dateischutz von iOS.
Denke an eine Kopie außerhalb der Wohnung: Eine Dokumentation, die beim Wohnungsbrand mit verbrennt, erfüllt ihren Zweck nicht. Exportiere deine Dokumentation regelmäßig als PDF und lege sie an einem zweiten Ort ab, den du selbst wählst.